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Swing – Tanzrhythmen im Stil der Big Bands

One, two... eight zählen Tanzende und Publikum und die Taktschläge der Musik unterstützen diesen Rhythmus, der mit dem Aufkommen der grossen Musikformationen, den Big Bands in den Staaten untrennbar verknüpft ist – der Swing.

Swing bezeichnet einen Rhythmus, der gleichermassen durch die schwarze und weisse Bevölkerung geprägt wurde. Afroamerikanisch am Swing ist der Rhythmus der Tänze Bantu und Yoruba, die Einwanderer ergänzten dies durch tradierte Marschklänge. In der Verschmelzung beider Einflüsse bildete sich der Swing. Mit dieser besonderen Entstehung zählt der Swing zu den älteren Jazzformen. Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfreut sich dieser Tanz, von Ursprüngen in den Vereinigten Staaten ausgehend, zunehmender Beliebtheit. Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert füllten die Betreiber der grossen amerikanischen Tanzpaläste im Herzen solcher Metropolen wie New York ihre Ballsäle mit Tanzveranstaltungen zum Swing. Big Bands gewannen rasch an Popularität und der Swing der zwanziger Jahre erfuhr bald interessante Variationen. Allen diesen tänzerisch umgesetzten Modifikationen des ursprünglichen Swing ist der Überschwang der Energie, die Improvisationen und die rasche Schrittfolge mit zahlreichen Figuren gemeinsam. Es entstanden dabei typische Bewegungselemente, welche bis in unserer Gegenwart interessante Erweiterungen fanden.

Als Ursprungsversion des Swing-Tanzes gilt jedoch der Lindy Hop oder Swing Out. Diese Tanzversion entstand im Hotel Savoy / New York und ist entsprechend auch als Savoy-Styl Swing bekannt geworden. Charleston, Shag, Balboa, Big Apple, Cakawalk, Jitterbug oder Boogie-Woogie zählen zu den wichtigsten Figuren des Lindy Hop. In Europa ist der Lindy Hop durch ein schwedisches Tanzfestival bekannt, dass seit dem Jahre 1985 besteht. Dabei wird der Lindy Hop in einer, an argentinischen Tango und kubanische Salsa, erinnernden Weise getanzt. Überdies ist Schweden Austragungsland eines vierwöchigen Swing-Workshops, auf welchem die Highlights der internationalen Tanzszene im Bereich Swing präsentiert werden.

Zu Beginn der fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entstand mit dem Hollywood-Style Swing eine der verbreitetsten Swingversionen. Diese Tanzversion wurde häufig in den Produktionen der Traumfabrik Hollywood gespielt und getanzt, daher der Name. Der Hollywood-Style Swing ist ebenso unter dem Synonym Dean Collins Style bekannt, wobei diese Namensgebung als Reminiszenz an dessen Schöpfer Dean Collins entstand. Swing im Hollywood-Style, das bedeutete vor allem den Einsatz des Swing als akzentuierendes Element von Show und Entertainment. Dadurch verlor der Swing von seinem ursprünglichen Charakter, wurde offener und erfuhr eine extrovertierte Ausrichtung.

Mit der Entstehung des Rock´n Roll und Pop, kam es zur Anpassung des Swing an die neuen Tanzkulturen. Der Swing gelangte durch amerikanische Soldaten nach Europa, war zunächst unter der Bezeichnung „jitterby“ (nervös) bekannt. Auch auf dem europäischen Kontinent kam es zu einer raschen Verbreitung des Swing, vor allem unter den Jugendlichen. Bis zur Kreation der Disko-Epoche und folgenden Tanzversionen wie dem Hip Hop und dem Aerobic zählte der Swing zu den am häufigsten getanzten Bewegungsfolgen auf Tanzveranstaltungen.

Der Tanz verlor seine Magie mit dem Niedergang der Big-Band Ära. Grundelemente des Swing sind heute im Jive, einem lateinamerikanischen Tanz, welcher auch im europäischen Turniertanz integriert ist, erhalten. Ferner tritt die Typik des Swing im East- und West Coast Swing in den USA sowie im französischen Le Rock auf.