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Tanz im Bereich der Erziehung – Basis gesunder Lebensgestaltung
Schon die Griechen der Antike schätzen tänzerische Bewegungen zur Musik als Mittel zur Stärkung ihrer körperlichen Fitness. Das Tanzen galt Ihnen als eine Quelle der Gesundheit. Selbst der berühmte Philosoph Plato kennzeichnete das Tanzen als ein Geschenk der Götter und als besonderen Ausdruck der Lebensfreude. So ist es nicht verwunderlich, dass der Tanz auch im Bereich der Erziehung eine grosse Rolle spielt.
Tanz ist sicherlich ein Medium der Pädagogik und auch ein probates Mittelt therapeutischer Bemühungen, weil sich über die Tanzbewegungen Lern-, Erziehungs- und Therapieerfolge erreichen lassen. Das Tanzen kann aber auch Motivationen auslösen oder stärken. Indem die Tanzbewegung den ganzen Körper beansprucht - durch die Bewegung des Körpers, durch die Weckung von Emotionen, durch die Anregungen der kreativen Gestaltung -, werden Lernprozesse begonnen und der gesamte Mensch entwickelt sich.
Dies gilt gerade im Kindesalter, was durch zahlreiche Beobachtungen bestätigt wird. Und auch Tanzpädagogen und -therapeuten sind oftmals darüber erstaunt, wie das Tanzen Kinder verändert. Eine ausgeprägte Grundmotivation ist dazu gar nicht erforderlich. Tanzende Kinder sind bereits nach kurzer Trainingszeit experimentier- und kontaktfreudiger und sie zeichnen sich durch eine Zunahme an Selbstbewusstsein und Offenheit aus. Dasselbe Ergebnis trifft auch bei Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an anderen sportlichen Aktivitäten zu.
Generell gilt, dass der Tanz zu einer ganzheitlichen Förderung körperlicher Fähigkeiten führt. Tanzen führt zur Verbesserung der motorischen Kreativität, zur Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit sowie zur Ausbildung der Sensibilität für Rhythmus und Musik. Darüber hinaus stärkt das Tanzen die soziale Interaktion und die Fähigkeiten hinsichtlich der Raumwahrnehmung. Schliesslich festigt das Tanzen körperliches Wohlbefinden und initiiert die Ausbildung von Selbstbewusstsein und Identität.
Das Tanzen wird deshalb zu Recht als ''pädagogische Wunderwaffe'' gegen vielfältige Defizite der Kinder betrachtet. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise motorische Defizite, deren Ursachen vor allem in den veränderten Gewohnheiten der Freizeitgestaltung verbunden mit einer zunehmenden Bewegungsarmut liegen. Vielfach sind es Kinder und Jugendliche in der Gegenwart gewohnt, ihre gesamte Freizeit an der Multimedia-Konsole zu verbringen. Die Bewegung an der frischen Luft als wichtige Voraussetzung zum Erhalt der körperlichen Gesundheit entfällt. Wohl auch deshalb führten erziehungswissenschaftliche Studien bereits in den neunziger Jahren des 20. Jahrhundert zu dem erschreckenden Befund, dass einfaches Rückwärtslaufen von vielen Kindern des Elementarschulbereiches nicht mehr beherrscht wird.
Erfahrene Pädagogen werden sicherlich bestätigen, dass es gar nicht so einfach ist, Kinder für sportliche Aktivitäten, wie beispielsweise das Tanzen, zu begeistern. Deshalb sollte die Art und Weise des Heranführens von Kindern an das Tanzen sorgfältig überdacht werden. Erst dann lassen sich die angestrebten Förderziele erreichen.
In diesem Zusammenhang sollte berücksichtigt werden, dass den Kindern Raum für das Einbringen der eigenen Individualität, eigener Wünsche, Neigungen und Interessen, geboten wird. Sie sollen eigene Ideen umsetzen, sich selbst auszudrücken können. Zeit zu Spiel und Spass mit konzentrierten Trainingseinheiten abzuwechseln, ist ebenfalls erforderlich, um Kindern das Tanzen nahezubringen.
Wichtig erscheint auch, dass von den Pädagogen keine Perfektion angestrebt, sondern nach Optionen zum Ausgleich vorhandener Defizite gesucht wird. Tanzen im Kindesalter bedeutet, den Spass an der Bewegung fördern. Es darf keine dogmatische Bewegungsdressur hinsichtlich der Ausführung einer exakten Tanzschrittfolge zur richtigen Zeit sein. Im Zentrum der Bemühungen sollte es darum gehen, jedem Kind den Eindruck von den eigenen Fähigkeiten, d.h. das Gefühl von „Das kann ich“, zu vermitteln.
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