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Ballett – Höhepunkt klassischer Tanztechnik

Es ist der höchste Ausdruck körperlicher Ästhetik, Spitzentanz, atemberaubende Pirouetten und künstlerisch designte Kostüme – das Ballett. Es hat Künstler ebenso begeistert wie den einfachen Mann. Mit Gemälden setzten berühmte Maler dem Balletttanz ein Denkmal. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang ''Die Tänzerin'' von Pierre-Auguste Renoir sowie ''Russisches Ballett'' von August Macke.

Die Bezeichnung Ballett stammt aus der italienischen Sprache. Sie bezieht sich auf ''ballo'', was Tanz bedeutet. Und das ist das Ballett wirklich, Tanz in formvollendeter Form! Das Ballett ist immer ein Tanz , welche die Aufführung auf einer Bühne vor Zuschauern voraussetzt. Daher findet man zuweilen die Synonyme künstlerischer Bühnentanz oder auch klassischer Tanz anstelle der Bezeichnung Ballett. Der Begriff Ballett ist vielschichtig und mehrdeutig. Er steht ebenso für die Tanzvorstellung auf der Bühne, zu der Musik erklingt. Ballett ist aber auch die Bezeichnung eine gesonderte Kunstform und steht neben Konzert, Theater oder Schauspiel. Ferner ist unter einem Ballett ein musikalisches Werk zu verstehen, das einen Bühnentanz begleitet. Die letzte Bedeutung beinhaltet den Begriff Ballett als ein Bühnenwerk, dessen Zentrum der Tanz bildet. Zwischen den Bedeutungen des Begriffs Ballett bestehen Überschneidungen.

Die Geschichte des Balletts hat weltweit bekannte Tanzaufführungen hervorgebracht. Zu den bekanntesten Balletts zählen sicherlich ''Der Feuervogel'' von Igor Strawinski, ''Cinderella'' von Sergei Prokowjew, ''Don Juan'' von Christoph Willibald Gluck und ''Spartakus'' von Aram Chatschaturjan.

Interessant ist, dass die innerhalb einer Ballettaufführung getanzte Geschichte phantastische aber auch realistische Elemente aufweisen kann. Mit den Mitteln von Gestik, Mimik, dem Bühnenbild sowie der Ballettkostüme wird die mit Mitteln der Bewegung vorgestellte Geschichte unterstützt. Die dabei Regie führende Person, die auch für das Arrangement aller getanzten Bewegungsabfolgen verantwortlich zeichnet, ist der Choreograph. Daher nennt man ihn auch den ''Autor'' des Balletts.

Balletttanz steht in einer langen historischen Tradition. Entstanden ist es im fünfzehnten Jahrhundert in der höfischen Kultur Italiens und Frankreichs. Als erstes Ballett wurde ''Le Ballett comique de la Reine'' bekannt, das für Katharina von Medici entstand. An den Fürstenhöfen waren zunächst Schauspiele und tänzerische Gesellschaftsspiele – meist mit politischem und / oder antikem mythologischem Hintergrund - in Mode gekommen. Sie wurden aber ausschliesslich von männlichen Tänzern im Rahmen des höfischen Zeremoniells dargeboten. Erst Mitte des siebzehnten Jahrhundert kam es zur Gründung der ersten Königlichen Tanzakademie durch König Ludwig XIV. in Paris. Damit ist der Berufstanz unter Einbeziehung von Tänzerinnen eingeführt worden.

Die heute gebräuchlichen Tanztechniken und –schritte gehen auf Raoul Feuillet zurück. Er hatte die erste Ballettchoreographie um Siebzehnhundert vorgelegt. Balletttanz galt damals aber nicht als Darstellungsmittel einer Geschichte, sondern ein Motiv wurde mit verschiedenen Ballettstücken illustriert.

Sicherlich ist nach den Reformen der französischen Revolution die russische Ballettentwicklung im neunzehnten Jahrhundert als Blütezeit der Herausbildung des modernen Balletttanzes zu sehen. Diese Zeit ist untrennbar mit der Ballerina Anna Pawlowa und der Entstehung klassischer Meisterwerke der Ballettkunst wie ''Schwanensee'', ''Dornröschen'' und ''Der Nussknacker'' verknüpft. Mit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kam es zu Bestrebungen, den Balletttanz zu reformieren. Damit entstanden modifizierter Ballettformen, wie z.B. das Tanztheater.

Allen Ballettdarbietungen gemeinsam ist die durch langes Training zu erarbeitende Körperspannung sowie die Beherrschung der Balletttechnik, d.h. standardisierter schwieriger Bewegungsabläufe, welche unter dem Begriff ''Ballettpositionen'' zusammengefasst worden sind.